Dr. med. Wolfgang Fabricius

Portrait
Wissenschaflicher Direktor am Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV), Thielallee 88-92, 14195 Berlin Leiter des Arbeitskreises "Medizinische Informatik" der Ärztekammer Berlin Mitglied des Beirates des Weiterbildungsstudienganges "Medizinische Informatik" der Technischen Fachhochschule Berlin Mitglied des Gesundheitsladens, der Fraktion Gesundheit und des Forums Informatiker für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF)

Als Arzt, Klinischer Chemiker, Medizinischer Informatiker und Angehöriger des öffentlichen Gesundheitsdienstes war ich Mitbegründer des Gesundheitsladens Berlin und der Gemeinsamen Liste, die später zur Fraktion Gesundheit mutierte und habe mich aktiv an der Gestaltung des Gesundheitstages 1980 beteiligt.

In den 80iger Jahren habe ich mich zusätzlich der Direktvermarktung ökologisch angebauter Lebensmittel in Form einer Konsumgenossenschaft, der Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft Berlin, gewidmet.

Seit Mitte der 90iger Jahre bin ich zudem engagierter Unterstützer der Freeware-Bewegung (Stichwort Linux) und ihres politischen Pendants des französischen/internationalen attac, interessiere mich also mehr für Bazars als Kathedralen im Sinne Eric Raymonds.

Zur Zeit arbeite ich am Aufbau eines Berliner Gesundheitsnetzes, an dem auf der Basis eines ganzheitlichen Verständnisses von Gesundheit ambulante und stationäre Einrichtungen sowie der öffentliche Gesundheitsdienst und ganz besonders Bürger und Patienten, für die das Gesundheitswesen da ist und von denen es finanziert wird, beteiligt werden sollen.

Die wichtigste gesellschaftspolitische Aktivität besteht für mich darin, dem "Washington Consens", dem weltweit propagierten (und tendenziell auch bei uns bereits praktizierten) Rückzug aus der Sozialpolitik und der Offensive in der Stafverfolgung vehement entgegenwirken.

Mein besonderes Interesse gilt deshalb sowohl einer besseren Finanzierung des Gesundheitswesens als auch dessen eventuell möglicher Entlastung einerseits von Leistungen, die überflüssig bis schädlich sind (Qualitätssicherung) oder auch u.U. vom Bürger/Patient selbst erbracht werden können und andererseits vom kostspieligem Herumirren des Bürgers von Institution zu Institution und Experte zu Experte, das letzendlich den Transport zunehmender Datenlawinen mit all ihren Problemen des Datenschutzes nach sich zieht. Hier sind vornehmlich zwei auch von der EU ausgemachte Versorgungslücken zu schließen: Das Wissen des Bürgers über seinen Körper und dessen Gesunderhaltung könnte besser und das Spektrum der in einer Region angebotenen Gesundheitsleistungen, insbesondere auch der von Selbsthilfegruppen, könnte transparenter sein. Hier kann ein Massenmedium wie das Internet z.B. auch zur regionalen und überregionalen Vor- und Nachbereitung von Gesundheitstagen wirksam eingesetzt werden.

Email: w.fabricius@isp-eg.de